Internationale Vorbereitungsklassen

 
 
 
 

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte

Die gesellschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen führen an unserer Schule dazu, dass wir Kinder und Jugendliche in „Internationalen Vorbereitungsklassen“ (IVK) unterrichten. Unsere pädagogische Zielsetzung besteht darin, ihnen durch Bildung eine Chance zur Integration zu schaffen. Diese Schülerinnen und Schüler bieten in vielerlei Hinsicht eine sehr heterogene Gruppe:

  • unterschiedliche Altersstufen
  • unterschiedlicher Bildungsstand
  • unterschiedliche Herkunftssprachen
  • unterschiedliche Kenntnisse des lateinischen Alphabets
  • unterschiedlicher Rechtsstatus bzgl. des Bleiberechts
  • unterschiedliche Flüchtlingserfahrungen, z.T. stark traumatisiert

Dass dies eine große Aufgabe für die pädagogische Arbeit ist, steht außer Frage. Diese Vielfalt als „positive Herausforderung“ zu sehen, ist für die Kinder und Jugendlichen immens wichtig; die oft zitierte und wichtige „Willkommenskultur“ kann nur gelebt werden, wenn sie als Herausforderung wahrgenommen, eingeschätzt und thematisiert wird. Die Reduktion auf die Faktoren „Belastung und Problem“ würde eine erfolgreiche pädagogische Arbeit verhindern.

An unserer Schule haben wir insgesamt drei IVK, die sich in der Zusammensetzung unterscheiden. Das Ziel ist der Übergang in eine Regelklasse dem Alter des jeweiligen Kindes entsprechend; dies geschieht in der Regel nach zwei Jahren. Die Teilnahme an diesem Unterricht ermöglicht es den SchülerInnen und Schülern einen Schulabschluss zu erreichen und somit reelle Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder eine weiterführende Schulbildung zu haben.

Die Schülerinnen und Schüler, die neu und (fast) ohne Deutschkenntnisse an unsere Schule kommen, besuchen die Klasse der „Anfänger“ (Referenzrahmen A1). Die Fortgeschrittenen erwerben dann in der nächsten Stufe die „Grundlegenden Kenntnisse“ (Referenzrahmen A2). Um den Übergang in die Regelklasse vorzubereiten, erhalten sie bereits einigen Fachunterricht in deutscher Sprache (z.Zt. Mathematik, Biologie, Sport), wobei auch hier das Erlernen der Sprache als Mittel der Kommunikation im Vordergrund steht. Die spezifischen Themen und Begriffe des jeweiligen Faches führen zu einer Erweiterung des Wortschatzes.

Die Schülerinnen und Schüler der „Fortgeschrittenen Sprachverwendung“ (Referenzrahmen B1) besuchen dann in einigen Stunden bereits den Unterricht in einer Regelklasse. Zur weiteren Förderung und Unterstützung werden sie in der dritten IVK je nach individuellem Bedarf unterrichtet. Das „Sprachbad“ in der Regelklasse, in der Deutsch die gemeinsame Verständigungsbasis ist, fördert die Sprachbildung auf „natürliche Weise“.

Zensiert werden die Schülerinnen und Schüler der IVK immer hinsichtlich ihres individuellen Lernfortschritts; Lehrerinnen und Lehrer nutzen zur differenzierten Beschreibung Beurteilungen in Textform. Eine Zensurengebung nach der Allgemeinen Prüfungsordnung der SI gilt erst, wenn die Schülerinnen und Schüler nur noch in der Regelklasse unterrichtet werden; ihr Förderstatus wird dann über einen Konferenzbeschluss aufgehoben. Natürlich benötigen sie im Rahmen der individuellen Förderung noch weitere Unterstützungsangebote, die ihnen im Ganztagsbereich angeboten werden.

Neben der unterrichtlichen Arbeit ist die Einbindung in das Schulleben ein wichtiger Faktor für die Integration dieser Schülerinnen und Schüler. Die Gefühle „Ich gehöre dazu“ und „Ich kann etwas“ stellen die grundlegende Motivation für das Erlernen der neuen Sprache dar. Wenn sich die Kinder und Jugendlichen von ihrer Umgebung angenommen fühlen, ist das die Basis für den Wunsch und den Mut sich mitteilen zu wollen. Und dazu braucht es Sprache!

An unserer Schule arbeiten IVK-Kinder z.B. in der Schülerfirma „Fuschl“ am Verkaufsstand mit oder repräsentieren bei Aktionen im Stadtteil ihre neue Schule.

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